Prof. Dr. Patrick Eichenberger: "150 Jahre Preußische Herrschaft in Neuchâtel, dem heutigen Schweizer Kanton, und die Kriegs-Mobilmachungen Preußen vs. Schweiz von 1857"

19-11-12

Historischer Vortragsabend mit                                            

Prof. Dr. Patrick Eichenberger

 zum Thema:

"150 Jahre Preußische Herrschaft in Neuchâtel, dem heutigen Schweizer Kanton, und die Kriegs-Mobilmachungen Preußen vs. Schweiz von 1857"


am Montag, dem 19. November 2012, um 20.00 Uhr,
in den Räumen des Clubs von Berlin, Jägerstr.1, 10117 Berlin
Empfang ab 19.30 Uhr

 

 

Unter den 15 Bewerbern um die fürstliche Herrschaft in Neuchâtel kam 1707 der namentlich von Bern favorisierte preußische König Friedrich I zum Zuge. Fortan wurde das preußische Fürstentum Ne uchâtel durch Gouverneure gelenkt, die ihren Sitz im Schloss von Neuchâtel oderin Berlin hatten.Unter der Krone Preußens begann in den Gebieten Neuchâtels ein wirtschaftlicher Aufschwung. Das Fürstentum Neuchâtel blieb im Hinblick auf den zwischen Preußen und Frankreich 1795 geschlossenen Frieden von Basel von einer Besetzung und einem Anschluss an die Helvetische Republik vorerst verschont. Erst 1806 überließ Friedrich Wilhelm III. von Preußen aufgrund des Pariser Vertrages das Fürstentum Neuchâtel Napoleon I. Vom Wiener Kongress wurde schließlich Neuchâtel 1815 als «Schweizer Kanton UND preußisches Fürstentum» anerkannt. Hugenotten brachten die frühe Uhrenindustrie, Automationstechnik und auch die Spitzenklöppelei ins Land. 1848 rebellierte die Bevölkerung Neuchâtels unter der Führung von Republikanern gegen den preußischen Monarchen. 1856 jedoch drangen hunderte von Royalisten in das Schloss von Neuchâtel ein und hissten die schwarz-weiße Flagge Preußens auf dem Turm. Einen Tag später wiederum stürmten bewaffnete Republikaner das Schloss und nahmen die Führer des royalistischen Aufstandes gefangen, jedoch eskalierte der Konflikt weiter: Preußen brach am 13. Dezember 1856 die diplomatischen Beziehungen zur Schweiz ab, und beide Länder bereiteten sich auf einen Krieg vor. Unter Vermittlung von Napoléon III. verzichtete der preußische König schließlich am 18. Juni 1857 auf seinen Anspruch auf das Fürstentum Neuchâtel: 150 Jahre Preußische Herrschaft in Neuchâtel waren friedlich beendet; ein drohender Krieg zwischen Preußen und der Schweiz mit unabsehbaren Folgen im Zentrum Europas war abgewendet.

 

Patrick Eichenberger wurde 1963 in Bern geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen (lic.oec.HSG) promovierte er in Bildungsökonomie an der Université de Genève (Dr.ès.sc.és.). Seit 1986 ist Eichenberger als Teilzeitdozent in der Erwachsenenbildung tätig, wo er 2003 von der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich zum Professor ZFH ernannt wurde; heute hat er noch Lehraufträge an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Insgesamt drei Jahre war er für die UNO in Israel, Syrien, Gaza, im Süd-Libanon und im Kosovo engagiert. Gegenwärtig ist er ferner als Verwaltungsrat einer Marktforschungsfirma und als Oberst im Armeestab der Schweizer Armee tätig. Seine Vorträge (inkl. 150 Jahre Preußen in Neuchâtel…) und Artikel können auf der Hobby-Webseite www.speech-on-demand.com eingesehen und heruntergeladen werden. In Berlin organisiert er mit seiner Ehefrau Ingrid – einer Berliner Internistin – Hauskonzerte unter www.hauskonzert-berlin.de .

Percy MacLean, Vorsitzer                                 Dr. Kathrin Kallmorgen, Vorstandsmitglied