Club von Berlin
Club von Berlin
11. Dezember 2013
Dr. Benedikt Goebel: "Geraubte Mitte Die Arisierung des jüdischen Grundeigentums im Berliner Stadtkern 1933 - 1945"

"Zukunft der Hauptstadt Berlin"

Club von Berlin

 

Im Rahmen der Vortragsreihe

„Zukunft der Hauptstadt Berlin“

möchte der Club von Berlin seinen Mitgliedern und Gästen in lockerer Folge die Gelegenheit bieten, aus erster Hand Experten des derzeitigen stadtpolitischen Diskurses zu hören und mit ihnen zu diskutieren. Die Zukunft Berlins steht - wie wir fast täglich der Presse entnehmen können - immer wieder auf dem Prüfstand.

 

E I N L A D U N G



Mittwoch, den 11. Dezember 2013, 18.00 Uhr

 Sonderführung Stadtmuseum im Ephraim Palais

Poststraße 15, 10178  Berlin (Ecke Weidendamm)

 

Dr. Benedikt  Goebel

Kurator

 

Geraubte Mitte

Die Arisierung des jüdischen Grundeigentums

im Berliner Stadtkern 1933 - 1945

  

Im historischen Stadtkern der Doppelstadt Berlin/Cölln befanden sich vor 1933 insgesamt 225 von 1.200 Grundstücken in jüdischem Besitz. Am Beispiel von 5 Familien zeigt die Ausstellung, die der Stadthistoriker Benedikt Goebel zusammen mit dem Architekten Lutz Mauersberger im Auftrag des Berliner Stadtmuseums kuratiert hat, wie jüdisches Eigentum  Schritt für Schritt entzogen wurde. Die Ausstellung dokumentiert, mit welchen Abgaben (u.a. Reichsfluchtsteuer) jüdische Eigentümer belastet, wie ihre Häuser und Grundstücke einschließlich der darin angesiedelten Betriebe arisiert, wie sie aus ihren Wohnungen gedrängt und am Ende außer Landes getrieben oder deportiert und ermordet wurden, um Platz zu schaffen für die Verwirklichung der Umbaupläne Speers oder um ausgebombten NS- Parteigenossen zu Wohnraum zu verhelfen.

Ferner thematisiert die Ausstellung die zweite Enteignung in der Zeit der DDR sowie die Bemühungen der jüdischen Erben um Restitution nach der deutschen Vereinigung. Damit rücken auch die zögerlichen Verhandlungen mit den Nachfahren der „arischen“ Nachbesitzer aber auch des Berliner Senats ins Blickfeld, ehemals jüdische Häuser und Grundstücke herauszugeben oder Abfindungen zu zahlen. Heute befindet sich die überwiegende Mehrzahl dieser zwangsarisierten Grundstücke - z.T. handelt es sich um Brachen, Grünflächen und Straßenland -  im Besitz des Landes Berlin, das nicht gern an das Unrecht erinnert werden möchte.

 

Dr. Hartmut Kühne                                              Prof. Dr. Eberhard  von Einem

Vorsitzer des Vorstands                                      Mitglied des Vorstandes

nach oben