Club von Berlin
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18. März 2013
Omar Barghouti und Dr. Sergey Lagodinsky: „Welcher Weg führt zum Frieden in Israel/Palästina: Verhindert oder unterstützt der Boykott-Aufruf eine gerechte Zukunftsperspektive?““

Vortags- und Gesprächsabend

Club von Berlin
www.clubvonberlin.de


Liebe Clubmitglieder, sehr geehrte Gäste,

 

das Deutsch-Nahöstliche Forum im Club von Berlin lädt Sie herzlich ein zu einem Gespräch zwischen und  mit                                            

 

Omar Barghouti und Dr. Sergey Lagodinsky

 zum Thema:

„Welcher Weg führt zum Frieden in Israel/Palästina:

Verhindert oder unterstützt der Boykott-Aufruf eine gerechte Zukunftsperspektive?““


am Montag, dem 18. März 2013, um 20.00 Uhr,
in den Räumen des Clubs von Berlin, Jägerstr.1, 10117 Berlin
Empfang ab 19.30 Uhr

Moderation: Nahed Samour, Mitglied im Club von Berlin

Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe, von einer tragfähigen Zukunftsperspektive scheint man weiter entfernt denn je.  Dem Nahost-Quartett (USA, UNO, EU und Russland) ist es  bislang nicht gelungen, zu einer Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern beizutragen. Vor diesem Hintergrund fordert eine Initiative der palästinensischen Zivilgesellschaft Boykott, Desinvestment (Kapitalabzug) und Sanktionen (BDS) gegen Israel. Damit soll erreicht werden, dass Israel das Völkerrecht einhält. Als Vorbild dient der Boykott des Apartheid-Regimes in Südafrika. Zu den prominenten Unterstützern der Boykott-Aufrufe zählen u.a. die Philosophin und Theodor W. Adorno-Preisträgerin Judith Butler und der Friedensnobelpreisträger und ehemalige südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu; auch der gerade verstorbene Stéphane Hessel, Mitautor der UN-Menschenrechtserklärung von 1948, stand hinter dem Aufruf. Für andere sind solche Boykottaufrufe weder produktiv noch moralisch akzeptabel. Sie verweisen auf die Unverhältnismäßigkeit derartiger Maßnahmen und die Fehlerhaftigkeit der gezogenen Vergleiche und verurteilen diese als einseitig gegen den jüdischen Staat gerichtet. Sind Boykottaufrufe überhaupt ein geeignetes Mittel der Friedensschaffung oder im Gegenteil eher ein neues Diskriminierungsinstrument auf zwischenstaatlicher Ebene? Darüber soll am 18. März  – wie im Club üblich –   in vertraulicher Runde gesprochen werden (Chatham House Rule).

Omar Barghouti ist politischer Analyst, Publizist und Choreograph. Er gehört zu den führenden Mitbegründern der BDS-Bewegung und ist Gründungsmitglied der Palästinensischen Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (PACBI). Er hat einen Bachelor-und Master-Abschluss in Elektrotechnik  der Columbia University, New York, und einen Master-Abschluss in Philosophie der Universität Tel Aviv. Er ist der Autor von „BDS: The Global Struggle for Palestinian Rights“ (Haymarket: 2011), welches im März 2011 auf Platz Nr. 1 der London Review of Books war. Sein Buch ist 2012 unter dem Titel „Boykott-Desinvestment-Sanktionen“ beim ISP-Verlag auf Deutsch erschienen. Seine Kommentare und Interviews erscheinen regelmäßig u.a. auf CNN, BBC, AP, The Guardian, Aljazeera, Huffington Post und The Nation.

Dr. Sergey Lagodinsky studierte Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen sowie Public Administration an der Harvard University. Er promovierte im Bereich Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema „Antisemitismus und Meinungsfreiheit“. Publizistisch arbeitet er für mehrere  Zeitungen und Rundfunkanstalten wie Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk und Deutsche Welle. Von September 2003 bis Februar 2008 war Lagodinsky Programmdirektor, später politischer Berater im Berliner Büro des American Jewish Committee. Seit 2008 ist Lagodinsky Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, wo er bis 2012 auch dem Präsidium angehörte. Lagodinsky war Gründer und Sprecher des Bundesarbeitskreises Jüdischer SozialdemokratInnen, wo er sich u.a. in Zusammenarbeit mit dem DGB gegen Gewerkschaftsboykotte gegen Israel einsetzte. Die SPD verließ er 2011 aus Protest gegen die Einstellung des Ausschlussverfahrens gegen Thilo Sarrazin. Er arbeitet heute für die Heinrich-Böll-Stiftung.

Die  Debatte wird in englischer Sprache stattfinden; auf Deutsch formulierte Diskussionsbeiträge können ins Englische übersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,                            Nahed Samour

Percy MacLean, Vorsitzer                           Deutsch-Nahöstliches Forum im Club von Berlin

 

 

 

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